Informationen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend informiert

Wie funktioniert die Kurzarbeit? Wieviel Geld bekommt man und wer zahlt wieviel vom Gehalt? Was ändert sich an den Arbeitszeiten?

Um diese und mehr Fragen zu beantworten hat das Bundesministerium für Arbeit, Familie & Jugend Informationen zur Kurzarbeit auf einer neuen Website gebündelt. Die Seite ist ab sofort unter www.coronakurzarbeit.at aufrufbar und soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Klarheit bringen.

Die FAQs zum Thema "Kurzarbeit" zu Covid-19 stellt das BMAFJ hier zur Verfügung.

Erste Must Do’s und Empfehlungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Wir weisen Sie darauf hin, dass die genannten Maßnahmen dem aktuellen Stand der Rechtslage entsprechen, nicht abschließend zu verstehen sind und die Involvierung von Behörden umfassen können. Weiters ist davon auszugehen, dass diesbezügliche Regelungen getroffen werden. Die Entwicklung muss laufend beobachtet werden.

In der Arbeitswelt sind die wichtigsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen vor einer Ansteckung

  • die Einhaltung eines Mindestabstandes von einem Meter - wenn nicht möglich, dann auf andere Schutzmaßnahmen wie z.B. Mund-Nasen-Schutz, Gesichtsvisier, Trennwände oder Schutzausrüstung zurückgreifen. Hinweis: Das Tragen einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden mechanischen Schutzvorrichtung (Mund-Nasen-Schutz, Gesichtsvisier) ist nur im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber/Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und Beschäftigten zulässig
  • eine gute Händehygiene,
  • korrekte Hustenetikette und
  • keine Berührungen des eigenen Gesichtes.
  • Schutzausrüstung: Zudem kann je nach Berufsfeld, wie beispielsweise im Gesundheitssektor, die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung wie Atemschutz, Schutzkleidung, Handschuhe etc., erforderlich sein. Sicherheitsfachkräfte im Betrieb, Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner sowie die Arbeitsinspektorate können bei Fragen von Betrieben und Beschäftigten zur Umsetzung in der Praxis helfen. Die Standorte und Kontakte der Arbeitsinspektorate finden Sie hier.
  • Halten Sie Hygienemaßnahmen ein und befolgen Sie diesbezügliche Anweisungen des Arbeitgebenden!
  • Wenn Sie am Coronavirus erkranken, müssen Sie dies aufgrund der Treuepflicht Ihrem Arbeitgeber melden.
  • Meldepflicht: Die Arbeitnehmerin und der Arbeitnehmer ist verpflichtet eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt zu geben. Dies ermöglicht dem Arbeitgeber Vorsorgemaßnahmen zugunsten der Belegschaft treffen zu können.
  • Ihr Arbeitgeber kann Sie – gegen Entgeltfortzahlung – grundsätzlich jederzeit „nach Hause schicken“. Sie müssen einer solchen Dienstfreistellung Folge leisten (mit wenigen Ausnahmen für bestimmte Berufsgruppen).
  • Sie dürfen aber aus Risiko vor einer Ansteckung derzeit nicht einfach zu Hause bleiben. Sie können Urlaub oder eine Freistellung mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren.
  • Die Arbeitnehmerin und der Arbeitnehmer darf nicht aufgrund von Angst vor einer Ansteckung einfach zuhause bleiben. Es sei denn, es besteht tatsächlich eine Ansteckungsgefahr aufgrund des unmittelbaren Arbeitsumfeldes, bei dem es bereits zu Ansteckungen kam. Achtung: Dies gilt nicht für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Gesundheitsbereich tätig sind. Für diese hat der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen vorzusehen (siehe Punkt zur Schutzausrüstung).
  • Beachten Sie bei Reisen – privat oder beruflich – die Reisewarnungen des Außenministeriums. Diese finden Sie hier.
  • Wenn Sie an COVID-19 erkranken, haben Sie Anspruch auf Entgelt nach den allgemeinen Regeln der Entgeltfortzahlung.
  • Betreuungspflicht: Wenn Kinder oder nahe Verwandte am Coronavirus erkranken, kontaktieren Sie Ihren Arbeitgeber und besprechen Sie die weiteren Schritte. Die Kinder durch die Großeltern betreuen zu lassen ist keine gute Idee, da dadurch potentielle Risikogruppen zusätzlich gefährdet werden. Die Arbeitnehmerin und der Arbeitnehmer darf zur Betreuung des eigenen kranken Kindes von der Arbeit fernbleiben, sofern hier die Betreuungspflicht gilt. Neben dem Anspruch auf Pflegefreistellung für kranke Kinder hat die Bundesregierung die Möglichkeit einer Sonderbetreuungszeit von bis zu drei Wochen auch für den Sommer geschaffen, um Betreuungspflichten nachkommen zu können, die durch den Wegfall anderer Betreuungsmöglichkeit entstehen. Lesen Sie mehr zu dem Thema hier.
  • Sofern Sie im Home Office arbeiten, richten Sie sich ihren Home Office Arbeitsplatz bestmöglich ein, achten Sie dabei auf die korrekte Sitzposition, ausreichenden Platz, einen guten Monitor, getrennte Tastatur und Bildschirmpausen. Kommunizieren Sie regelmäßig über Online Kommunikationsmittel mit Führungspersonen und Kolleginnen und Kollegen!
  • Entgeltfortzahlung: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn sie in einem Betrieb arbeiten, für den ein Betretungsverbot vom Bundesminister für Gesundheit, von der Landeshauptfrau und dem Landeshauptmann oder der Bezirksverwaltungsbehörde auf der Grundlage des COVID-19-Maßnahmen Gesetzes verfügt wurde. Diese Sonderregelung tritt mit 31.12.2020 außer Kraft.
  • Auf Verlangen des Arbeitgebers müssen anspruchsberechtigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jedoch zunächst Urlaubs- und Zeitguthaben aus vergangenen Jahren sowie Urlaubsansprüche aus dem laufenden Urlaubsjahr im Ausmaß von bis zu zwei Wochen verbrauchen.
  • Schutzmaßnahmen im Betrieb: für den notwendigen Schutz am Arbeitsplatz bietet das Handbuch COVID-19 "Sicheres und gesundes Arbeiten" hier wichtige Informationen.
     

Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend

https://www.bmafj.gv.at/public.html

Quelle: Dr. Anna Mertinz, Rechtsanwältin bei KWR Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte GmbH
Arbeitsrechtliche Themen, betreffend Vereinbarkeit von Familie & Beruf (KWR Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte):

https://www.kwr.at/pressenews/up2date-kwr-newsblog


Weitere Informationen finden Sie unter dem Reiter "Allgemeine Links".