Studie - Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die Wahl des Arbeitgebers im entscheidend

Im Bild Mag. Alexandra Lindtner, Präs. Ursula Frohner, Mag. Elisabeth Wenzl (v.l.n.r.)
Mag. Alexandra Lindtner, Präs. Ursula Frohner, Mag. Elisabeth Wenzl (v.l.n.r.)
Montag, 24. August 2015 - 11:00

Laut einer aktuellen IMAS-Studie, die im Auftrag der Familie & Beruf Management GmbH unter Personalverantwortlichen und Mitarbeiter/innen von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen durchgeführt wurde, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für qualifizierte Fachkräfte entscheidend bei der Wahl des Arbeitgebers sowie die Bindung an diesen. „Bei der Wahl des Arbeitgebers steht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an oberster Stelle: Für zwei Drittel der Mitarbeiter/innen ist dies ein sehr maßgeblicher Aspekt bei der Entscheidungsfindung. An zweiter Stelle rangiert die Stressreduktion, gefolgt von Fort- und Weiterbildung sowie hohen Gehältern“, erklärt die Geschäftsführerin der Familie & Beruf Management GmbH, Mag. Elisabeth Wenzl. Zudem gestaltet sich laut der Studie, aus Sicht der Befragten, die Personalsuche vor allem im Pflegebereich und im ärztlichen Dienst als besonders schwierig.

Bei der Frage, welche familienfreundlichen Maßnahmen in diesem Berufsfeld die meiste Unterstützung für die Beschäftigten bieten würden, wurden vor allem das Verständnis der Führungskräfte/des Arbeitgebers (58%), flexible Arbeitszeiten (57%), die Möglichkeit zwischen Voll- und Teilzeit zu wechseln (54%) sowie die Möglichkeit einer familiengerechten Dienstplanung (50%) genannt. Beim Verständnis der Führungskräfte für familienrelevante Themen zeigt sich jedoch noch Handlungsbedarf. „Die befragten Personalverantwortlichen schätzen das Verständnis der Führungspersönlichkeiten im Gesundheitsbereich nämlich deutlich höher ein, als die Mitarbeiter/innen“, erklärt Wenzl. Knapp drei Fünftel der Mitarbeiter/innen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen (58%) würden das Verständnis der Führungskräfte in diesem Bereich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als zumindest gut bewerten, ein Drittel (34%) ist hingegen gegenteiliger Meinung.

„Die gesteigerte Nachfrage an familienorientierten Arbeitsplätzen ist nun auch am Sektor Pflege angekommen“, ist Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) überzeugt. Flexible Dienstplangestaltung, Teilzeitbeschäftigung oder etwa der Telearbeitsplatz sind gute Möglichkeiten, die familiäre Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen – denn auch das ist ein Thema der Pflegeberufe – zu bewältigen. „In den kommenden Jahren wird der Bedarf an praktischen Pflegeleistungen dramatisch zunehmen, da einerseits chronische Erkrankungen in allen Altersstufen enorm ansteigen werden und darüber hinaus die pflegerische Versorgung durch die Familie immer weniger übernommen wird“, erklärt Frohner weiter. Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel und einer neuen nachkommenden Generation, die immer mehr Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis und klare Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben legt, wird das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Arbeitgeber daher immer wichtiger.

Das es möglich ist auch in jenen Bereichen, in denen es bisher als eher komplex erschien, Familie und Beruf zu vereinbaren, zeigen staatlich ausgezeichnete Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, wie das Krankenhaus Göttlicher Heiland in Wien. „Aufgrund des Fachkräftemangels und des hohen Frauenanteils im Gesundheits- und Pflegebereich, müssen Arbeitgeber zunehmend verstärkt auf familienfreundliche Maßnahmen setzen“, beschreibt Mag. Alexandra Lindtner, Personalverantwortliche des Krankenhauses die aktuelle Lage. „Nur wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Familie gut versorgt wissen, können sie sich voll auf ihren Beruf konzentrieren. Ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein erfordert jedoch viel Kommunikation und Sensibilität und man muss auch, z.B. für die Umsetzung der Maßnahmen und die Auditierung, Zeit investieren – das alles zahlt sich aber auf jeden Fall aus“, so Lindtner abschließend.

Verbesserungsmöglichkeiten, wie das Audit berufundfamilie, bieten Arbeitgebern die Möglichkeit, gezielte Maßnahmen zu entwickeln und diese passgenau laufend weiterzuentwickeln. Das neue Netzwerk „Unternehmen für Familien“, das heuer vom Familienministerium ins Leben gerufen wurde, bietet familienfreundlichen Unternehmen und Gemeinden zudem eine Informations-, Inspirations- sowie Vernetzungsplattform. Der Beitritt zum Netzwerk "Unternehmen für Familien" steht allen Unternehmen, Organisationen und Gemeinden offen und ist kostenlos möglich.

Die Unterlagen zum Pressegespräch, Informationen zu staatlich ausgezeichneten Gesundheits- und Pflegeeinrichtung, dem Auditierungsprozess sowie die aktuelle IMAS-Studie stehen unter www.familieundberuf.at zum Download zur Verfügung.