Staatliches Gütezeichen berufundfamilie an 86 Arbeitgeber verliehen

86 familienfreundliche Arbeitgeber und Hochschulen freuen sich über ihr staatliches Gütezeichen
Dienstag, 15. November 2016

In festlichem Rahmen zeichnete Familienministerin Karmasin Dienstagabend insgesamt 86 Arbeitgeber, Hochschulen sowie Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen aus ganz Österreich für ihre Familienfreundlichkeit aus. „Es freut mich, dass sich immer mehr Arbeitgeber für den familienfreundlichen Weg entscheiden und auch dabei bleiben. Sie alle haben erkannt, dass Familienfreundlichkeit ein wesentlicher Faktor im Wettbewerb um die besten Köpfe ist, und viele nachhaltige Vorteile bringt.“, ist die Bundesministerin überzeugt. Mit dem staatlichen Gütezeichenberufundfamilie bzw. hochschuleundfamilie werden jährlich Unternehmen und Institutionen ausgezeichnet, die erfolgreich am Audit teilgenommen und somit bedarfsgerechte Rahmenbedingungen für eine familienfreundlichere Arbeits- bzw. Studienwelt und damit auch mehr Flexibilität für ihre Beschäftigten und Studierenden geschaffen haben.

Ein zentraler Aspekt des Audits ist das aktive Mitwirken aller Beteiligten. „Wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Entwicklung der familienfreundlichen Maßnahmen beteiligt sind, wird nur umgesetzt, was auch wirklich gebraucht wird. Fehlinvestitionen können so weitgehend vermieden und die Angebote bedarfsgerecht angepasst werden“, erklärt Karmasin. Es sind daher oft auch wirtschaftliche Faktoren, die ein Ansporn für mehr Familienfreundlichkeit sind. Die 79 Unternehmen, drei Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie vier Hochschulen und Universitäten haben bei der Entwicklung der Maßnahmen im Rahmen des Audits auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. die Studierenden mit einbezogen. Die Palette der individuell gesetzten Maßnahmen ist breit und reicht von betrieblicher Kinderbetreuung, Betreuungsmöglichkeiten an Zwickel- und Ferientagen, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden und Unterstützungsprogrammen in schwierigen Lebenslagen über flexible Arbeitszeitmodelle in allen Branchen bis hin zu Maßnahmen für pflegende Angehörige. Passend ist, was dem Bedarf entspricht.

Zudem ruft die Familienministerin auf, aktiv zu kommunizieren, was an Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf getan wird. „Auch unter dem Aspekt des „Employer Brandings“ soll die Familienfreundlichkeit eines Arbeitgebers Thema sein. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und solche, die es noch werden sollen, sehen so, welcher Arbeitgeber familienfreundliche und damit zukunftsfähige Rahmenbedingungen anbietet“, motiviert die Familienministerin, die vielen Maßnahmen auch nach draußen zu tragen.

Österreichweit haben bereits rd. 427 Klein-, Mittel- und Großbetriebe aus allen Branchen sowie Universitäten und Hochschulen am Audit teilgenommen. Insgesamt profitieren so bereits rund 290.000 Beschäftigte und rund 166.000 Studierende von den Vorteilen einer familienfreundlichen Arbeitswelt bzw. Ausbildungsstätte. „Im Unterschied zu vielen anderen Auszeichnungen ist das Audit kein Wettbewerb, sondern ein nachhaltiger Prozess. Es wird hierbei also nicht nur eine Momentaufnahme, sondern eine Entwicklung sowie ein laufender Verbesserungsprozess erfasst“, erklärt die Familien- und Jugendministerin abschließend.

Die Auditprozesse

Das Audit berufundfamilie ist ein kommunalpolitischer Prozess für Unternehmen aller Branchen ab 5 Mitarbeiter/innen. Ziel ist es, eine familienbewusste Personalpolitik nachhaltig umzusetzen. Es ermittelt Potenziale und bietet spezifische Lösungen, die sich rechnen. Durch eine erfolgreiche Gesamtstrategie gewinnt das Unternehmen langfristig betriebswirtschaftlich und steigert so seine Wettbewerbsfähigkeit. Da Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen beispielsweise durch Nachtdienste vor speziellen Herausforderungen stehen, wurde der Auditprozess für diesen Bereich berufsgruppenspezifisch weiterentwickelt und angepasst. So kann noch besser auf die Bedürfnisse der Ärztinnen und Ärzte sowie des Pflege- und Verwaltungspersonals eingegangen werden.

Auch im wissenschaftlichen Bereich ist es eine besondere Herausforderung, berufliche Chancen und familiäre Bedürfnisse optimal vereinbaren zu können. Hochschulen übernehmen daher als Arbeitgeber und Bildungseinrichtung eine wesentliche Schlüsselfunktion, um ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Studierenden eine familienfreundliche Arbeits- und Lernumgebung bieten zu können. 2011 wurde daher das Audit hochschuleundfamilie für Österreichische Universitäten und Hochschulen ins Leben gerufen. Familienfreundliche Maßnahmen stärken auch hier die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und ermöglichen so eine einfachere Rekrutierung und Bindung hochqualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem profitieren auch die Studierenden durch flexible Rahmenbedingungen, kürzere Studiendauern und schlussendlich niedrigere Abbruchsquoten von einer familienfreundlichen!

Nach erfolgreicher Umsetzung des jeweiligen Auditprozesses wird jeder Arbeitgeber bzw. jede Hochschule vom Bundesministerium für Familien und Jugend (BMFJ) mit dem staatlichen Gütezeichen für eine familienfreundliche Personal- bzw. Hochschulpolitik ausgezeichnet.