Vernetzungstreffen familienfreundlichegemeinde in Tirol

17.06.2026

Wie können Gemeinden alle Generationen erreichen und nachhaltige, lebenswerte Rahmenbedingungen für Familien schaffen? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt eines Vernetzungstreffens am 2. Juni 2026 zur Zertifizierung „familienfreundlichegemeinde“ im Landhaus Innsbruck.

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Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Tiroler Gemeinden, Politik und Verwaltung folgten der Einladung der Familie & Beruf Management GmbH, um sich über erfolgreiche Maßnahmen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven auszutauschen. 

Ziel der Veranstaltung war es, die Bedeutung familienfreundlicher Kommunalpolitik weiter zu stärken und den interkommunalen Wissenstransfer zu fördern.
Im Rahmen einer hochkarätig besetzten Paneldiskussion diskutierten unter anderem Bundesministerin Claudia Bauer, Landesrätin Astrid Mair sowie Vertreter des Tiroler Gemeindeverbandes und zertifizierter Gemeinden über konkrete Ansätze zur Weiterentwicklung familienfreundlicher Strukturen.

„Familienfreundlichkeit gelingt nur dann gut, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Gerade deshalb sind solche Treffen extrem wichtig, denn vieles, was Familien im Alltag brauchen, entsteht ganz konkret vor Ort – in den Gemeinden und Regionen. Umso wichtiger ist der Austausch mit jenen, die Familienfreundlichkeit tagtäglich leben und gestalten“, betonte Bundesministerin Claudia Bauer.

Landesrätin Astrid Mair unterstrich die Bedeutung der regionalen Ebene: „Gerade in den Gemeinden wird Familienfreundlichkeit konkret spürbar. Initiativen wie diese zeigen, wie wichtig Zusammenarbeit, Austausch und gegenseitige Inspiration sind.“ 

Auch die Familie & Beruf Management GmbH sieht in der Vernetzung einen zentralen Erfolgsfaktor. „Familienfreundlichkeit ist längst ein entscheidender Standortfaktor. Gemeinden, die hier aktiv gestalten, investieren in ihre Zukunft und in die Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger“, so Mag. Elisabeth Wenzl, Geschäftsführerin der Familie & Beruf Management GmbH.

Den inneren Anstoß für ein Weiterarbeiten an den familienfreundlichen Angeboten holt sich seit 2008 die in Tirol am längsten familienfreundlich zertifizierte Gemeinde Radfeld immer wieder aus dem Zertifizierungsverfahren unter starker Einbindung der Bevölkerung. Dabei steht die Stärkung des Heimat- und Zusammengehörigkeitsgefühls im Fokus, damit vor allem neu Zugezogene speziell in schwierigen Lebenslagen Unterstützung im eigenen Dorf erhalten. „Wichtig ist dabei, dass man dem Projekt ein Gesicht gibt und die Leute wissen, wo sie sich mit ihren Ideen immer wieder hinwenden können“ , hebt Bürgermeister Josef Auer besonders hervor. 

Aus Sicht der Gemeinden wurde vor allem der praktische Nutzen hervorgehoben: „Der Austausch mit anderen Gemeinden liefert wertvolle Impulse und zeigt, wie vielfältig und individuell familienfreundliche Maßnahmen umgesetzt werden können“, erklärte Karl-Josef Schubert, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes.

Neben fachlichem Input bot das Vernetzungstreffen vor allem Raum für persönlichen Austausch, Best-Practice-Beispiele und neue Kooperationen. Die Veranstaltung unterstrich einmal mehr, dass die Gestaltung familienfreundlicher Lebensräume eine gemeinsame Aufgabe ist, die von Engagement, Dialog und Vernetzung lebt. Die Zertifizierung „familienfreundlichegemeinde“ unterstützt Gemeinden dabei, ihre Angebote und Rahmenbedingungen systematisch weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen. Tirol zeigt dabei eindrucksvoll, wie durch Zusammenarbeit nachhaltige Impulse für alle Generationen gesetzt werden können.
 

Familienfreundliches Österreich
Insgesamt haben bereits über 690 Gemeinden sowie 14 Regionen österreichweit an der Zertifizierung familienfreundlichegemeinde bzw. familienfreundlicheregion der Familie & Beruf Management GmbH teilgenommen, das sind rund 33 Prozent aller österreichischen Gemeinden. Somit profitieren bereits über 3,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger, also etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung, von den familienfreundlichen Maßnahmen. Alle ausgezeichneten Gemeinden und Regionen haben die Zertifizierung familienfreundlichegemeinde erfolgreich durchgeführt.
Der Zertifizierungsprozess ist ein kommunalpolitischer Prozess, in dem unter aktiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aller Generationen das bereits vor Ort bestehende familienfreundliche Angebot evaluiert und neue bedarfsorientierte Maßnahmen entwickelt werden.

In Tirol haben 87 Gemeinden bisher an der Zertifizierung teilgenommen. 294.000 Tiroler Bürgerinnen und Bürger profitieren von familienfreundlichen Maßnahmen. Das sind 38% aller Tirolerinnen und Tiroler.

 

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